Chronologie


Seit April 2000 arbeitete ich als Geschäftsführer des Friedrich-Bödecker-Kreises in Sach- sen-Anhalt e.V. (FBK) und engagierte mich zuvor schon etliche Jahre ehrenamtlich im Vor- stand dieses Vereins. Ich betrachte diese 18 Jahre als sehr erfolgreich für den FBK und für mich. Bewährtes in der Leseförderung der Schuljugend wurde fortgesetzt und ausgebaut, neue Projekte wie die Schulschreiber oder die „Lesekrone“ entwickelt. Zugleich erhielt der FBK mit der Auflösung des Literaturbüros in Magdeburg vom Land Sachsen-Anhalt 2005 den Auftrag, dessen Aufgaben auf dem Gebiet des literarischen Lebens zu übernehmen. Die Landesliteraturtage, der Bücherfrühling, die Herbstseiten, Lesereihen für Autoren des Landes gerieten so in unsere Obhut. Der FBK wurde zudem Herausgeber der Literaturzeitschrift »Ort der Augen«. Und ich wurde in den Literaturbeirat des Landes berufen, fungierte dort als Stellv. Vorsitzender. Der FBK Sachsen-Anhalt erhielt mit diesen Aufgaben und Ergebnissen auch eine besondere Stellung im Bundes-FBK, was sich auch darin aus drückte, dass ich 2006 Stellv. Bundesvorsitzender wurde, 2013 die Leitung des Großprojektes „Autorenpatenschaften“ im Rahmen von „Bündnisse für Bildung – Kultur macht stark des BMBF übernahm und die Geschäftsstelle des Bundes-FBK nach Magdeburg kam.

 

Länger als ein Vierteljahrhundert gab es dabei ein gutes Zusammenwirken mit D.I., die vor mir Geschäftsführerin des FBK war und mit der Übernahme dieser Funktion durch mich Vorsitzende wurde, und mit U.E., der Referentin des FBK. Die Zusammenarbeit mit U.E. verschlechterte sich allerdings aus mir nicht bekannten Gründen 2017. Es zeigte sich für mich an Stimmungsschwankungen und an Unzufriedenheit und Widerständen gegen neue Projekte und Umstellungen in Folge des Kulturkonvents Sachsen- Anhalts (an dem ich teilgenommen hatte) und der sukzessiven Evaluierung der institutionell geförderten Einrichtungen des Landes. So griff sie mich z.B. im November 2017 coram publico wegen eines erstmals durchzuführenden Projektes heftig an.

 

Im Mai 2018 eskalierte das Ganze dann:

 

Während der Jahresversammlung des FBK-Bundesverbandes wurde im Bericht der Kas- senprüfer angeführt: „Die Auflistung der Arbeitstagung vom 20.05.-21.05.2017 weist eine Zahlung an Jeanette Jankofsky auf. Diese Ausgabe ist mit keiner Arbeitstätigkeit für den Verein untersetzt.“ Eine der Kassenprüferinnen und somit Mitunterzeichnerin dieses Vor- wurfs war U.E. Sie und meine Frau kennen sich ebenso lange, wie ich mit U.E. zusam- menarbeite – und natürlich wusste sie, dass meine Frau seit mehr als 25 Jahren Mitglied im Friedrich-Bödecker-Kreis Sachsen-Anhalt ist und als Vertreterin des FBK Sachsen-An- halt dort teilgenommen hatte. Dennoch hatte sie diesen schweren Vorwurf erhoben und seit März (dem Termin der Kassenprüfung) mir gegenüber mit keiner Andeutung etwas davon erwähnt. Diese Bombe platzte erst im Beisein der Vertreter aller FBK-Landesver- bände – und traf natürlich mich. Ich stellte U.E. danach zur Rede, wollte wissen, warum sie mich hatte ins Messer laufen lassen. Fadenscheinige Ausflüchte – die andere Kassenprüferin sei schuld … Die Vorwürfe als solche waren rasch vom Tisch. Im Protokoll der Jahrestagung des FBK-Bundesverbandes steht: „Die Anmerkungen der Kassenprüfer bezüglich der Reisekosten von Jeanette Jankofsky wurden geklärt, da sie als Mitglied des FBK für Sachsen-Anhalt an der Arbeitstagung teilgenommen hat.“

 

 

Fester Bestandteil der Arbeit des FBK ist die „InterLese“ – ein jeweils im Herbst stattfin- dendes Projekt, bei dem vor allem ausländische Autorinnen und Autoren in Sachsen-An- halt lesen, ein Projekt, das die Weltoffenheit des Landes (im Gegensatz zu den in den Medien immer mal wieder auftauchenden gegenteiligen Behauptungen) zeigen soll. Gro- ßes Interesse an Begegnungen mit diesen Autorinnen und Autoren bekundeten in den letzten Jahren zunehmend Grundschulen. Die meisten Autorinnen und Autoren wollen aber lieber an Gymnasien oder sogar für Erwachsene lesen. Um dieses Problem zu lösen, erfand ich als Motto der InterLese 2017 „Robin Hood today“ (die entsprechenden Planun- gen waren vom FBK-Landesvorstand „abgesegnet“) – und schrieb selbst die Erzählung „Anna Hood“, einen Text, in dem ein Mädchen einem Flüchtlingskind begegnet und ihm hilft. Dies nicht zuletzt auch angesichts der eskalierenden Flüchtlings-Diskussion weltweit. Potentielle InterLese-Teilnehmer fragte ich an, ob sie bereit wären, diesen Text in ihre Sprache zu übersetzen und dann zur InterLese in Grundschulen auch zu lesen und zu diskutieren. Rasch kamen Zusagen aus aller Welt.

 

Irgendwann kam mir die Idee, meinen Text und einige der Übersetzungen in ein Buch zu bringen. So erschien schließlich im Mitteldeutschen Verlag „Anna Hood – ein Szenario für Kinder in 19 Sprachen unserer Welt“. Meine Geschichte wurde dann zur InterLese 2017 in diversen Sprachen vorgestellt – alle zentralen Veranstaltungen (die Eröffnung in der Saa- lesparkasse Merseburg, die Lesung in der Vertretung Sachsen-Anhalts beim Bund und das InterLese-Kolloquium im Literaturhaus Magdeburg) widmeten sich Möglichkeiten der internationalen literarischen Zusammenarbeit anhand von „Anna Hood“. Allerdings ver- säumte ich es, im Impressum des Buches darauf hinzuweisen, dass die meisten Überset- zungen (manche waren auch „Freundschaftsdienste“) im Zuge der InterLese 2017 des Friedrich-Bödecker-Kreises in Sachsen-Anhalt e.V. entstanden waren und mich beim FBK für die Möglichkeit der Zweitverwertung zu bedanken, worauf ich bei Projekten von anderen Autoren immer geachtet hatte.

 

Am 14. Mai 2018 erhielt ich von U.E. (nach Hinweisen von mir, eine schon länger vorlie- gende Rechnung eines Übersetzers zu bezahlen) diese Mail:

 

„Lieber Janko, aus meiner Sicht kann diese Übersetzerleistung nicht aus Mitteln des FBK bezahlt werden. Ich nehme an, dass es sich bei den Übersetzungen aus dem Mazedoni- schen und Letzebuergischen auch um Anna-Hood-Texte handelt. Somit solltest Du, der Autor Jürgen Jankofsky, diese Leistungen begleichen.“

 

(Alle hier und im folgenden zitierten Mails und Dokumente sind im Original jederzeit bei mir einsehbar.)

 

Ich antwortete: „Liebe Ute, wenn Du wirklich meinst, was Du da geschrieben hast, dass ich von Dir also unlautere Vertragsschlüsse und Zahlungen fordere, so zeige dies bitte umge- hend unserem Vorstand an und fordere Deinerseits, dass dies arbeitsrechtliche bzw. straf- rechtliche Schritte nach sich ziehen müsse.“

 

Meine schroffe Reaktion war wohl darauf zurückzuführen, dass „Anna Hood“ 2017 in der Projektarbeit des FBK Sachsen-Anhalt eine wichtige Rolle gespielt hatte und sich auch in der Planung für die InterLese 2018, für ein Theaterprojekt, für den Einsatz im Migrations- bereich (was ich U.E. im Zusammenspiel mit kulturpolitischen Zielen des FBK mündlich wieder und wieder und ausführlich zu erklären versucht hatte) befand.

 

Als Autor Jürgen Jankofsky hatte ich zu Beginn des Jahres 2018 eine eigene Homepage eingerichtet: www.anna-hood.de – neben diversen Begleitmaterialien (so ein von mir kom- ponierter und eingespielter „Anna-Hood-Song“ – oder Infos über sich gründende „Anna- Hood-Gangs“) stelle ich hier in Absprache mit dem Mitteldeutschen Verlag den Anna-Hood-Text mit seinen Übersetzungen (derzeit ca. 40) allen Interessenten weltweit unentgeltlich zur Verfügung.

 

Ich bat am 14. Mai 2018 in einem Telefonat D.I., ein Gespräch zwischen mir und unserer Angestellten U.E. zu moderieren, um den „Bürofrieden“ wieder herzustellen. Sie stimmte zu, und es wurde auch ein Termin hierfür festgelegt: 11. Juni, 13.00 Uhr bei D.I. in Niegripp. Am 15.5. bestätigte auch U.E. per Mail den Termin.

 

In der festen Überzeugung, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen U.E. und mir rasch auszuräumen seien, hatte ich am 30. Mai D.B. gebeten, für den 13. Juni im Literaturhaus Halle (wo ich für den FBK seit kurzem eine Dependance eingerichtet hatte) ein Zimmer für eine Dienstberatung zu reservieren – was er umgehend bestätigte. D.B. wurde auf meinen Vorschlag hin im Mai 2017 zum Stellv. Vorsitzenden des FBK Sachsen-Anhalt e.V. und in besagter Tagung des FBK-Bundesverbandes im Mai 2018 ebenso (und an meiner statt) zum Stellv. FBK-Bundesvorsitzenden gewählt. Da ich planmäßig per 30.1.2019 in Rente gehen würde, hatte ich ihn seit ca. zwei Jahren nach und nach als meinen Nachfolger als FBK-Geschäftsführer aufgebaut und hatte ihm bereits einige Aufgaben (so die Arbeit mit schreibenden Schülern) vertrauensvoll übertragen. U.E. übermittelte ich am 16.5.2018 den Planungsstand der InterLese 2018 – ein Großteil der Veranstaltungen war bis dahin von mir durchgeplant, nun sollte U.E. den „Feinschliff“ übernehmen und dabei wollte ich D.B. informativ mit einbeziehen.

 

Die Dienstberatung am 13.6. in Halle fand jedoch nicht statt, da es am 11.6. in Magdeburg zu einer weiteren Eskalation kam:

 

 

 

Am 4.6. hatte D.I. meine Bitte um ein klärendes Gespräch umfunktioniert und diese Mail versandt: „Lieber Jürgen, liebe Ute, lieber Dirk, in letzter Zeit gibt es eine Reihe von Fragen zur Arbeit der Geschäftsstelle. Es geht um rechtliche Grundlagen für Zahlungen. Das Betriebsklima ist dadurch stark belastet bzw. vergiftet. Das müssen wir im Sinne einer wei- teren Zusammenarbeit klären. Ich bitte dringend um eure Teilnahme. Das Gespräch wird am 11. Juni 2018 um 13.00 Uhr in der Geschäftsstelle Magdeburg, Literaturhaus, stattfinden.“

 

Verwundert über die Teilnahme von D.B. hatte ich versucht, D.I. anzurufen, um ihr die Vertraulichkeit des (von mir!) angestrebten Gesprächs zu verdeutlichen und zu betonen, für wie wichtig ich ihre Rolle als Moderatorin hielt. Am Vorabend des Gesprächs hatte ich ihr dann diese Mail geschrieben: „Liebe Thea, erinnere Dich bitte leise und in Freundschaft, dass ich Dir mindestens vor anderthalb Jahren – also lange, bevor es zu den jetzigen Angriffen kam – vertrauensvoll mehrmals gesagt hatte, dass ich mir Sorgen um Ute mache, dass sich ihre Fehler, Vergesslichkeiten, Schludereien häuften (die ich alle stillschweigend und stets glattbügelte) und mit ihr also irgendetwas nicht stimmen könnte …“

 

Die Zusammenkunft am 11. Juni erwies sich dann nicht als Gesprächsmöglichkeit, sondern als Tribunal. Kaum war Platz genommen, forderte die Vorsitzende D.B. auf, Protokoll zu führen. Ich war verwundert, stimmte jedoch zu – wenn’s denn zur Klärung beitrüge … Und nun prasselten diverse Vorwürfe D.I.s und U.E.s auf mich ein, die in Drohungen der beiden mündeten, mich „überall anzuscheißen“. Sachliche Entgegnungen waren nicht möglich (zumal ich auf diese inquisitorische Befragung absolut nicht vorbereitet war). Natürlich platzte mir irgendwann der Kragen und auch ich wurde laut … Zum Inhalt dieses „Gesprächs“ ist nur so viel zu sagen, dass das Protokoll darüber mir bis dato (Ende Juli 2018) nicht zugänglich gemacht wurde, es offenbar aber vor allem von D. I. und D. B. bei nun einsetzenden weiterführenden Anschuldigungen gegenüber Behörden und der Öffentlichkeit jedoch immer wieder ins Spiel gebracht wurde.

 

Die nächste Stufe der Eskalation setzte am 13. Juni ein:

 

 

Im Zuge meiner Planungen für das Jahr 2019 hatte ich U.E. um 8.02 Uhr per Mail aufge- fordert: „Bis zum 25.6. erbitte ich um Erarbeitung einer Übersicht, wie viel Geld in den letz- ten 10 Jahren vom FBK an Verlage floss (außer oda).“ Um 10.45 Uhr mailte D.I.:

 

„Leider hat sich die Situation nach unserem Gespräch verschlechtert. Termingebundene Verwendungsnachweise für Haushalt und Projekte sind von der Geschäftsstelle bis Mo- natsende zu erbringen. Damit steht und fällt die Arbeit des Friedrich-Bödecker-Kreises.

Diverse Statistiken zu erstellen, ist kurzfristig nicht möglich, ohne den Arbeitsablauf massiv zu behindern. Bis zur Klärung im Vorstand entziehe ich hiermit ab sofort dem Geschäfts- führer die Weisungsberechtigung.“

 

Auch nach dem Gespräch am 11. Juni hatte ich nicht das Gefühl, dass es prinzipiell um meine Tätigkeit als Geschäftsführer ginge. Meine Anfrage (für Überlegungen zu Projektplanungen), meine ganz normale, formale Anfrage an U.E., mir diese Aufstellung zu liefern, muss für D.I. offenbar so bedrohlich gewesen sein, dass nun sogar plötzlich meine Abberufung ins Spiel kam.

 

Ich kann dies nur mutmaßen, aber es ist wohl nur zu verstehen, wenn man weiß, dass die Vorsitzende D.I. im Jahr 2003 den DORISE-Verlag gründete und betrieb, Verlagsleitung und Verlag 2009/2010 zwar offiziell nach Erfurt abgab, auf der Homepage des Verlages aber aktuell (Ende Juli 2018) zu lesen steht: „In Burg befindet sich weiterhin das Lektorat des Verlages, geleitet von Dorothea Iser, die sich auch um die Autorenbetreuung kümmert.“ Und auch dies: „Begleitung auf dem Weg von der Idee zum eigenen Buch … Beratung – Betreuung … – Lesungen – Leseförderung“.???

 

Auf der Vereinshomepage www.fbk-lsa.de ist unter „Bücher“ eine pdf zu finden, in der alle Publikationen des Friedrich-Bödecker-Kreises in Sachsen-Anhalt seit seiner Gründung im Jahr 1990 zu finden sind. Seit 2003 gabes 117 Veröffentlichungen (Stand Ende Juli 2018) – von denen 45 im Dorise-Verlag erschienen…

 

(Mitte Juli – nachdem alles hochgekocht war, schrieb mir ein Kollege nach der Rückkehr aus dem Urlaub vertrauensvoll dies: „Ich habe keine Ahnung, was konkret vorgefallen ist, was Auslöser war, was wahrscheinlich schon lange unter dem Teppich geschwelt haben muss. Das ist mir auch egal, weil ich dem FBK innerlich schon vor ungefähr drei Jahren den Rücken zugekehrt habe. Damals hatte ich ein Kinderbuchmanuskript an den Dorise-Verlag geschickt, und meine eigene Vereinsvorsitzende hatte mich dermaßen unverschämt abzocken wollen mit einem Beratungshonorar, das den gesamten Verkaufserlös der Auflage inclusive MWST. usw. überstiegen hätte, so dass ich mir gesagt habe, dass Literatur-schaffende wohl doch nur Einzelkämpfer in eigener Sache sein können, die nirgendwo eine Interessenvertretung zu erwarten haben. Ich hab danach zwar weiter den Obolus eines Mitgliedsbeitrags bezahlt, aber nichts mehr erwartet und auch nicht mehr sehr viel bekommen.“

 

 

 

Sei es, wie sei. Danach fand am 27. Juni eine außerordentliche Vorstandssitzung des Friedrich-Bödecker-Kreises samt Beirat statt, in der meine Kündigung beschlossen wurde. Ich erhielt ein Kündigungsschreiben, das offensichtlich schon vorher vorbereitet war, in der Vorstandssitzung noch handschriftlich ergänzt wurde, in dem aber keine Gründe angegeben sind.

 

Seitdem ist viel geschehen.

 

Umgehend informierte ich den „Dienstherrn“ des FBK, das Staats- und Kulturministerium Sachsen-Anhalts. Durch den Vorstand des FBK wurden am 29.6. zahlreiche Verbände und Vereine, mit denen ich in den letzten Jahren erfolgreich zusammengearbeitet hatte, über meine Kündigung informiert (angeblich weil ich als Erster durch meine Information an den Dienstherren  in die Öffentlichkeit gegangen sei…) in der Mitteldeutschen Zeitung und der Volksstimme erschienen Meldungen dazu. Ein Vorgang, der mich auch als Autor und Mensch beschädigte, weil sogar von »einem schwerwiegenden Vorkommnis gegenüber einer inzwischen erkrankten Mitarbeiterin« gesprochen wurde.

 

Ludwig Schumann und Dr. Harry Ziethen schlugen in einem Offenen Brief vor, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, um die Mitglieder über die entstandene Situation zu informieren und in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Dieser Brief wurde inzwischen von mehr als 90 Autorinnen und Autoren, Germanisten, Künstlern und Politikern unterschrieben.

 

Das letzte, was mich erreichte, war ein Brief der Anwaltskanzlei, die den FBK vertritt, in dem ich aufgefordert wurde, 4.090 Euro an den FBK zurückzuzahlen, die angeblich für Übersetzungen der »Anna Hood« durch den FBK gezahlt worden waren – eine Forderung ohne dass dieser Betrag nachprüfbar mit Namen, Zahlen und Daten untersetzt gewesen wäre.

 

Ein Ende ist also leider  noch nicht in Sicht – schrieb ich Ende Juli und trat dann eine seit mehr als einem Jahr geplante Recherche-Reise für ein neues Buch an – die FBK-Leute wussten also seit langem anhand der bestätigten Urlaubsplanungen, dass ich fast den ganzen August über in weiter Ferne sein würde.

 

Und getreu der Maxime, dass es sich am besten putscht, wenn der zu Putschende außer Landes ist, setzte nun eine weitere Eskalationsstufe ein:

 

Der FBK-Landesvorstand posaunte eine von Halbwahrheiten und glatten Lügen nur so strotzende Erklärungen bundesweit aus, die dankbar von den Medien aufgegriffen und zitiert wurde. Und dann trat D.I. als Vorsitzende sogar höchst eigennützig, den Rest-Vorstand im Scherbenhaufen sitzen lassend, und mit einer noch unglaublicheren öffentlichen (!) und eklatant gegen Datenschutzgesetz verstoßende Erklärung zurück.

  

Als ich dann Ende August wieder im Lande war, machte ich dem Vorstand dennoch nochmals ein Angebot:

 

Sehr geehrte Damen und Herren des FBK-Vorstands,

 

per 27.6.2018 kündigten Sie mir und schlossen das Projektbüro in Leuna. Seitdem bat ich Sie mehrfach (auch über meinen Anwalt), alle sich hier befindlichen Projektunterlagen und -bücher abzuholen und bot dazu ein Gespräch zu laufenden und zu vorgesehenen Projekten an.

 

Bis dato ignorierten Sie all diese Angebote.

 

Und mittlerweile verweigern Sie mir sogar die Auszahlung meines noch ausstehenden Restgehaltes.

 

Hiermit bitte ich letztmal um Abholung obg. Unterlagen bis spätestens 1.9.2018!

 

Sollten Sie auch dieser Bitte nicht nachkommen, sähe ich mich gezwungen, Ihnen ab 1.9.2018 Einlagerungsgebühren zu berechnen.

 

Mit freundlichen Gruß

 

 

 

Tatsächlich wurden dann am 31. August die Projektunterlagen und –bücher abgeholt. Mein Versuch mit dem Vorstandsmitglied M.O. ins Gespräch zu kommen, lief jedoch ins Leere. Kein Interesse an Erklärungen zu Projekten… Die einzige Frage, die er (im Auftrag von U.E, - wie er betonte) zu stellen habe sei, ob ich auch meinen Bürostuhl mitabgeben würde…

 

 

 

Und da ich zuvor erfahren hatte, dass der Rest-Vorstand für den 5.9. zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen hatte und auch diese Versammlung allein durch die Tagungsordnung wieder im Stil aller bisherigen Inszenierungen vorbereitet wurde, schrieb ich schließlich diese Zeilen:

 

 

 

Werte Vereinsmitglieder,

 

der Rest-Vorstand des FBK Sachsen-Anhalt hat zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen, m.W. und nachweislich aber nicht alle Mitglieder, was Auswirkungen auf diese Mitgliederversammlung haben wird.

 

Und da die Tagesordnung vorsieht, dass es einmal mehr nur eine einseitige Darstellung der Vorgänge seit Juni geben, meine Sicht auf die Dinge wiederum nicht gehört werden soll, sehe ich mich gezwungen für die Diskussion folgende Erklärung abzugeben:

 

 

 

Was der FBK-Vorstand und die ehemalige Vorsitzende seit Juni 2018 gegen mich inszenieren gleicht einem Amoklauf. Wenn dieser Irrsinn nicht alsbald gestoppt werden kann, befürchte ich eine schwere und irreparable Beschädigung des FBK Sachsen-Anhalt. Offenbar ist der ehemaligen Vorsitzenden dies bewusst, denn mit ihrem schäbigen Rücktritt versucht sie offenkundig, das schon schwankende Schiff zu verlassen, sich jeder Verantwortung zu entziehen.

 

Zu dieser Situation hätte es nicht kommen müssen. Seit Ende Juni hatte ich nach meiner plötzlichen Entlassung im Zuge meines 65. Geburtstages mehrfach angeboten (und dies sogar über meinen Anwalt), Klärungen im Gespräch herbeizuführen. Zudem hatten mehrere Persönlichkeiten vorgeschlagen, solche Gespräche zu moderieren. Die ehemalige Vorsitzende ignorierte dies bzw. schlug Angebote ab. Die in ihrer Rücktrittserklärung veröffentlichte Behauptung, es habe ein Gesprächsangebot ihrerseits über den Anwalt des FBK-Vorstands gegeben, ist bestenfalls – wie alle anderen Behauptungen und Unterstellungen zu meiner Person - eine Halbwahrheit. Tatsächlich sollte dieses Gespräch nur stattfinden, wenn ich zuvor u.a. ein Schuldbekenntnis abgäbe.

 

Was mittlerweile von der ehemaligen Vorsitzenden und dem FBK-Vorstand in die Öffentlichkeit gegeben wurde, sind prinzipiell von keiner autorisierten Stelle geprüfte Vorwürfe und alle genannten Zahlen z.B. sind schlichtweg willkürlich zusammengesucht und summiert und sind eklatante Verletzung von Datenschutzverordnungen.

 

Zur Arbeit des FBK-Landesvorstandes unter Leitung der ehemaligen Vorsitzenden sei nur so viel gesagt: Für mich als Geschäftsführer gab es stets ein Problem, wenn es galt, den FBK repräsentativ zu vertreten und sich Termine überschnitten, es mir also unmöglich war, alle Termine wahrzunehmen. Weder bei Neujahrsempfängen noch bei Tagungs- oder Kongressteilnahmen, Beratungsrunden, Kooperationsgesprächen u.ä. waren Vorstandsmitglieder bereit, den FBK zu vertreten (Ausnahmen bestätigen die Regel). Und selbst bei ureigensten FBK-Veranstaltungen wie der Eröffnung des Bücherfrühlings, bei InterLese-Eröffnungen und –kolloquien waren Vorstandsmitglieder nur zu bewegen teilzunehmen, wenn sie dafür ein Honorar bekamen. Und man schaue sich bitte auch an, in welch schöner Regelmäßigkeit Vorstandsmitglieder in Projekten wie Schulschreiber, Kindsein oder Lesekrone tätig wurden – natürlich alles andere als ehrenamtlich…

 

Wenn es allerdings darum ging, Orden, Preise oder Stipendien entgegenzunehmen, die letztlich aufgrund meiner Befürwortungen oder Gutachten vergeben wurden, war man stets sehr präsent.

 

Kein Vorstandsmitglied hat sich je um einen Arbeits- oder Geschäftsbericht, nicht um Jahresbilanzen, Dokus aller Couleur oder sonstige Berichte über die FBK-Arbeit gekümmert. Keine Zuarbeiten, keine Abstimmungen, keine Korrekturen… Wer heute behauptet, sich getäuscht zu fühlen, hat nie kontrolliert!

 

Die ehemalige Vorsitzende z.B. scheint meine Jahresberichte zur Institutionellen Förderung des Vereins seit mindestens 10 Jahren nicht mehr gelesen zu haben. Ansonsten wäre die (in einer ihrer zahlreichen Erklärungen nachzulesende) Behauptung, dass ich im Zuge der Konfrontation „urplötzlich“ 1.300 Überstunden ins Spiel gebracht hätte, eine glatte Lüge. Immer wieder hatte ich in Jahresberichten und auch andernorts (in Mitgliederversammlungen beispielsweise) von der unerträglichen Überstundenbelastung der gesamten Geschäftsstelle gesprochen. Dies führte nach meinen langwierigen Verhandlungen im Zuge der Evaluierung des FBK am Ende dazu, dass alle Mitarbeiter seit Bestehen des FBK-Landesverbandes erstmals tarifgerecht bezahlt wurden und im Zuge meiner „normalen“ Übergabe an einen Nachfolger, um die Arbeit eines neuen Geschäftsführer nicht von vornherein wieder mit Überstunden zu belasten, vom Land sogar zusätzlich eine halbe Planstelle zugesprochen werden sollte.

 

Ich kann mich nicht erinnern, dass sich der Vorstand jemals um die Arbeitsbedingungen und die Entlöhnung der Mitarbeiter interessierte, geschweige denn gekümmert hätte. Und – um einer weiteren unwahren Behauptung entgegenzutreten – ich habe stets erklärt, dass ich diese nachweisbaren 1.300 Überstunden (man möge sich deren Geldwert selbst ausrechnen) meinem Verein selbstverständlich als ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung stelle. Nie habe ich damit irgendwelche monetären Forderungen erhoben!

 

Eine Zahl zu nennen, sei dann aber auch mir gestattet – vor allem, um die völlige Unangemessenheit dieser ganzen Kampagne zu verdeutlichen: Allein in den 18 Jahren meines Wirkens als Geschäftsführer des FBK Sachsen-Anhalt habe ich an ehrenamtlichen Leistungen und durch Einbringung meiner persönlichen Beziehungen zur Gewinnung von Kofinanzierungen rund 3 Millionen Euro eingebracht bzw. entsprechend Projekte ermöglicht. Der FBK-Vorstand hingegen fordert von mir nun sogar, dass ich meinen alten Bürostuhl abgeben soll…

 

Was ich hier andeute, ist bestenfalls die Spitze eines Eisbergs und wer mein bisheriges Zögern mit Gegendarstellungen oder –anzeigen als Schwäche oder gar Schuldeingeständnis interpretiert, liegt völlig falsch. Mir ist allerdings bewusst – wie eingangs gesagt – dass es, wenn es keine Chance auf eine Verständigung zwischen dem Vorstand und mir gibt, es zu schwerwiegenden Folgen für den FBK Sachsen-Anhalt kommen kann.

 

Ich weise dafür jedwede Schuld weit von mir und erkläre der Mitgliederversammlung, dass ich weder getäuscht, noch betrogen habe.

 

Und als Beispiel dafür, dass ich seit langem Kompromissvorschläge im Sinne der kultur- und bildungspolitischen Aufgaben des FBK vorlegen könnte – die in all den Angriffen auf meine Person bislang nie eine Rolle spielten und doch eigentlich die Grundlage einer Verständigung sein müssten - wenn es denn nur einmal zu einem vorbedingungslosen Gespräch zwischen dem FBK-Vorstand und mir kommen würde, hätte ich längst vorgeschlagen, das umstrittene „Anna-Hood-Projekt“ ehrenamtlich auf der Grundlage der von mir erstellten Homepage in die kultur- und bildungspolitische Arbeit des FBK einzubringen und weiterzuführen.

 

 

 

Am 5.9. fand dann diese außerordentliche Mitgliederversammlung statt – und verlief genau so wie erwartet (stets getreu der "türkischen Methode" - erst kriminalisieren und wegsperren, irgendein Haftgrund wird sich schon finden lassen...).

 

 

Mails, die mich danach erreichten, hatten alle diesen Tenor:

 

…ich bin betroffen und empört über den ganzen Ablauf. Ob die gegen dich gerichteten Vorwürfe begründet sind oder nicht, kann ich mangels genauer Faktenkenntnisse nicht beurteilen. Beurteilen kann ich nur den Ablauf deiner "Verabschiedung", der ist des Verbandes unwürdig. Selbst die gestrige Versammlung brachte für mich kein Licht ins Dunkle, da der Inhalt bereits vorbestimmt war. Fragen wurden zerredet bzw. blieben ohne Antwort…

 

 

 

Die Auseinandersetzung um Jürgen Jankofsky war eine zum Teil widerliche und erbärmliche Show, auch schlecht inszeniert, weinerlich und dumpf. Wie man es eben macht, wenn man als "Kollektiv" moralisch einen Menschen verurteilen möchte…

 

 

 

Selbst „die Presse“ übte sich zum ersten Mal nicht darin, Sprachrohr des Vorstandes und insbesondere D.I.s zu sein, sondern schrieb, dass es sehr unterschiedliche Sichten auf die Vorgänge gäbe und die Gräben innerhalb des FBK zwischen dem "Iser-Clan" (sic!) und anderen Mitgliedern immer tiefer würden.

 

 

 

Den wichtigsten Satz dieser Versammlung sagte jedoch wohl die ehemalige Vorsitzende D.I., indem sie ankündigte anzustreben, dass Literatur- und Leseförderung in Sachsen-Anhalt künftig besser getrennt werden sollten, der FBK sich auf seine Kernaufgaben zurückzöge… Zu Deutsch: es geht also um die Zerschlagung, der von mir geschaffenen Strukturen. Und das geht natürlich nur, wenn ich nicht nur gekündigt, sondern auch mundtot gemacht werde. Es wird also immer deutlicher, dass hier keine „Notbremse“ gezogen wurde, sondern eine seit langem vorbereitete Intrige abläuft, in deren durchaus geschickt aufgestellte Fallen ich immer wieder getappt bin…

 

 

 

Bleiben zwei Fragen:

 

 

 

-           Cui bono?

 

 

 

            und

 

 

 

-           Würde es diese zerstörerische Auseinandersetzung überhaupt geben, wenn ich                        „Anna Hood“ im DORISE Verlag herausgebracht hätte?

 

 

 

Jürgen Jankofsky